Posted by: ctbtonewsroom | November 25, 2017

U-Boot-Explosion war 8000 Kilometer weit zu hören by Welt

Published on Welt on 23 November 2017, the article illustrates the role of CTBTO hydroacoustic station HA04 located at Crozet Islands in detecting the unusual signal in the vicinity of the last known position of missing Argentine submarine ARA San Juan. 

Die Organisation CTBTO sucht nach verbotenen Atomwaffentests. Jetzt spielt sie eine Schlüsselrolle im Drama um das vermisste U-Boot „ARA San Juan“. Es handelt sich wohl um das schwerste U-Boot-Unglück seit Jahren.

Am 15. November um 13 Uhr 51 GMT (Greenwich Mean Time) hörten zwei Unterwassermikrofone Außergewöhnliches. Das eine Mikrofon bei den Crozet-Inseln im südindischen Ozean, das andere bei der kleinen tropischen Insel Ascension im Südatlantik.

Die Mikrofone registrierten ein „impulsives, starkes Signal“, wie es der Hydroakustik-Ingenieur Mario Zampolli von der CTBTO-Organisation im Gespräch mit der WELT beschreibt.

Die Charakteristik des Signals habe „Ähnlichkeiten mit Unterwasserexplosionen“, sagt er mit der Vorsicht eines Wissenschaftlers. „Wir haben ein Signal entdeckt, dass man nicht vernachlässigen sollte.“

Wohl das schwerste U-Boot-Unglück seit Jahren

Mit großer Wahrscheinlich verzeichneten die Mikrofone der internationalen Organisation mit Sitz in Wien das schwerste U-Boot-Unglück seit Jahren. Die Forscher, deren Aufgabe es ist, verbotene Atomwaffentests weltweit aufzuspüren, könnten jetzt maßgeblich dazu beitragen, das U-Boot „ARA San Juan“ der argentinischen Marine im Südatlantik mit 44 Menschen an Bord zu finden.

Sollte es die Explosion an Bord gegeben haben, sind die Chancen, die seit einer Woche vermisste Besatzung noch lebend zu retten, extrem gering.

CTBTO-Experte Zampolli verweist darauf, dass die Unterwassermikrofone in der Lage sind, die Richtung zu bestimmen, aus denen die Geräusche kommen. Weil zwei Mikrofone die Schallwellen aus 6000 sowie aus 8000 Kilometer Entfernung empfingen, konnte ein exakter Auslösepunkt für die Geräuschquelle errechnet werden.

Es ist der Schnittpunkt der beiden Kurven auf dem Globus, aus deren Richtung das Ungewöhnliche zu hören war. „Der Schnittpunkt liegt sehr nahe an der Stelle der letzten gemeldeten Position des U-Bootes“, sagt der Ingenieur. Das Explosionsgeräusch wurde drei Stunden und 21 Minuten nach dem letzten bekannten Funkkontakt aus dem U-Boot registriert.

Die Organisation wertet ihre Unterwassermikrofone zwar ständig aus. Aber es war nicht so einfach, aus der unglaublichen Mengen diverser Schallwellen dieses Ereignis herauszufiltern. Dies sei quasi in tagelanger Handarbeit mit Zusatzsoftware erfolgt. „Als wir das Ergebnis hatten, haben wir heute die argentinischen Behörden informiert“, sagt Zampolli.

Die CTBTO hat weltweit ein Netz von 289 Stationen mit diversen Sensoren, um Atomtests aufzuspüren. Darunter sind nur elf Unterwassermikrofone (Hydrophone), „weil Schall sich unter Wasser gut ausbreitet und wir so die weltweiten Ozeane gut unter Kontrolle haben“, sagt der Experte. Per Satellitenverbindung werden die Daten nach Wien in die CTBTO-Zentrale geschickt und dort in eine Datenpipeline geschickt und ausgewertet.

Die Programme sind darauf optimiert, Atomexplosionen herauszufinden. Experten schauen dennoch zusätzlich auf Besonderheiten. Die Einstellung der Sensoren sei eine Gratwanderung. „Wenn man alles Wahrnehmen möchte, hat man ständig Fehlalarm“, sagt Zampolli.

So müssen natürliche Geräusche, wie die Aktivität von Meeresvulkanen, Erdbeben oder technische Geräusche, etwa von der Erdölsuche, herausgefiltert werden. Diese Geräusche können so heftig sein, als seien es Explosionen – aber tatsächlich doch nicht.

Eine Sprecherin der CTBTO-Organisation hofft, dass die Positionsdaten der möglichen Explosion dazu beiträgt, das U-Boot für einen Rettungseinsatz noch rechtzeitig zu finden. Die Wiener-Organisation konnte ohnehin nur mit Glück die Berechnungen durchführen. Eines der beiden Schlüsselmikrofone zur Berechnung der wahrscheinlichen Position der Explosion wurde erst im Juni offiziell in Betrieb genommen.

 


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